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                                                    Klausur: Klasse 12 Berufskolleg

                                                              9. Dezember 2008

Aufgabe 1: Erklären Sie die folgenden Begriffe: (1) Verstärker; (2) Abhängigeit(nach WHO (3) Aufmerksamkeitsprozesse, (4) Psychoanalyse

Erreichbare Punkte 20

Aufgabe 2: Lesen Sie den unten stehenden Text intensiv durch und analysieren Sie ihn aus Sicht der klassischen Lerntheorien. (= klassische, operante und sozial-kognitive Theorie)
Erreichbare Punkte 40
Aufgabe 3. Stellen Sie sich vor „Ulrike“ würde mit diesem Brief zu ihrer Psychologin gehen und diese würde daraufhin ein therapeutisches Konzept in Anlehnung aller Ihnen bekannten und relevanten THEORIEN entwickeln. Stellen Sie dieses Konzept dar.
Erreichbare Punkte 40

Fallbeispiel: Der Brief an Ulrike - Beziehungsende
Ein 36-Jähriger Physiotherapeut macht mit seiner 33jährigen Freundin anhand eines Briefes „Schluss“

Hallo Ulrike , Ansbach, den 27.06. 03

ich möchte mit diesem Brief, das zum Ausdruck bringen, was wir Beide schon längst wissen:
„Unsere Beziehung hat keine Chance, da wir zu unterschiedlich sind. Daher beende ich, was eigentlich nie vernünftig begonnen hat; ich mache Schluss!“
Du möchtest wissen warum?
Wir sind eigentlich fast immer unterschiedlicher Meinung. Das bezieht sich auf die Art des gemeinsamen Fernsehprogramms, die Art feiern zu gehen und auch auf die Art der körperlichen Nähe.
Eigentlich herrschen immer Streit und Meinungsverschiedenheiten und kaum Verliebtheit.
Darüber hinaus sind für mich Deine Verhaltensweisen bezüglich anderer Männer absolut inakzeptabel. Wir haben oft darüber geredet...
Du weißt, dass ich mir eine Partnerin wünsche mit der ich eine gemeinsame Familie gründen kann. Dafür brauche ich eine Frau, auf die ich mich 100%ig verlassen kann und der ich 100%ig vertrauen kann. Bei Deiner Vorgeschichte, die Du mir selbst erzählt hattest – zum Beispiel, dass Du mit einem anderen Mann geknutscht hast, während Du mit Deinem letzten Freund Carsten Streit hattest- kann ich Dir dieses Vertrauen nicht mehr entgegenbringen.

Das, was Du immer Deinen „aggressiven Stachel“ nennst, sorgt dafür, dass eine echte Partnerschaft nicht möglich ist.
Auch die Art, wie Du Dich bei jedem Fest grundsätzlich vollaufen lässt und dann Kontrollverlust hast, sorgt nicht dafür, dass ich Vertrauen aufbauen kann.

Stell Dir vor, wir hätten ein gemeinsames Kind und Du wärst in dieser Art und Weise in Kneipen unterwegs? Und ich sitze zuhause mit unserem gemeinsamen Kind?
Diese Vorstellung ist für mich undenkbar und schrecklich!
So – kann man keine gemeinsame Zukunft aufbauen!

Ein weiterer Grund warum ich „Schluss mache“ sind Deine vielen Weh-Wehchen!
Es gab nicht ein einziges Treffen, wo Du nicht über irgend ein Ziepen oder über „Schmerzen“ geklagt hast. Es waren zwar immer andere und unterschiedliche – aber jedesmal signalisiertest Du körperliche Schwäche, mit der sich keine Familie gründen lässt.

Auch Deine Reaktionsweisen, wenn ich Deinen Kopf streicheln wollte waren nicht normal und - in der ablehnenden Heftigkeit- sehr verletzend für mich. Du schimpftest mit mir, weil ich Deinen Kopf streicheln wollte. Seltsam! Erinnerte Dich das auch an einen Ex-Freund?

Deine Wünsche, dass ich kein rotes T-Shirt anhaben dürfe und meine Beine beim gemeinsamen Fernsehen nicht auf Deinen Schoss legen dürfte – weil dies Dich schließlich an Ex-Partner erinnert, sorgen ebenfalls nicht für Vertrauen!

Ich glaube, dass diese ganzen Dinge auch die Gründe für Deine anderen Misserfolge bei Peter und Carsten und Frank und Uwe und und und und sind.

Es tut mir menschlich sehr leid, Dir mit diesem „Schluss machen“ weh zu tun.
Du hast auch sehr gute und liebenswürdige Seiten.
Ich wünsche Dir, dass Du glücklich wirst und möchte Dir dafür auch gerne Tipps geben:

1) Suche nicht sofort den nächsten Partner, sondern lass das erst mal auf Dich wirken.
2) Sei kritischer bei der Partnerwahl- lerne einen möglichen Kandidaten erst mal mehrere Wochen ohne körperliche Nähe kennen-, und informiere Deine Familie und Deinen Freundeskreis (nachdem Sie bei Dir schon so viele Freunde kennen lernen mussten) erst, wenn Du mindestens sechs Monate mit jemanden richtig und glücklich zusammen bist. Das verbessert Deinen Ruf;
3) Versuche auch mit Deiner Psychologin, Dein hypochondrisches Verhalten zu klären und zu behandeln. Mit Deinen Weh-Wehchen vertreibst Du irgendwann jeden Mann, der es ernst meint;
4) Sei treu und gib Deinem nächsten Mann, das Gefühl, dass er der wichtigste Mensch in Deinem Leben ist.
5) Erzähle Deinem nächsten Freund so gut wie nichts aus Deinen bisherigen Beziehungen, das macht jeden misstrauisch.
6) Erzähle ihm noch nicht einmal wie viele Freunde Du bislang hattest- das geht ihn nichts an.
7) Gönne Dir eine Pause mit den Männern und verarbeite so blöde Erinnerungen wie rotes T-Shirt beim Mann, Beine auf deinem Schoß, und und... Diese ganze Dinge stehen immer zwischen Dir und einem neuen Partner. Du hast durch Deine vielen Partner zuviel Ballast gesammelt!

Liebe Ulli, es tut mir wirklich sehr leid, Dir mit diesem Brief weh zu tun, aber nur aus Mitleid kann ich unsere Partnerschaft nicht weiterführen.

Trotz allem, wünsche ich Dir liebe Ulli, dass Du glücklich wirst.
Klaus Mallonn

Note Punkte
Bei 100 Punkten von bis
1,0 95 - 100
1,3 = 1- 90 - 94
1,7 = 2+ 85 - 89
2,0 80 - 84
2,3 = 2- 75 - 79
2,7 = 3+ 70 - 74
3,0 65 - 69
3,3 = 3- 60 - 64
3,7= 4+ 58 - 59
4,0 = 52 - 57
4,3= 4- 50 - 51
5,0 25 49
6.0 0 24


Viel Erfolg!

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Erziehungswissenschaft
Klausur 13.1 Nr.: 2
GOS O2
13. Dezember 2005


1. Notieren Sie jeweils eine kurze aber passende erziehungswissenschaftliche Definition zu den folgenden Begriffen: "1Case Management, 2Nische, 3positiver Verstärker, 4disability, 5statistische Norm, 6Fixierung, 7pragmatisch- politische TZI-Axiom, 8"Tratschen in Anwesenheit", 9intergenerationale Loyalitäten, 10Burn Out"(=Definition aus dem Unterricht!)
Erreichbare Punktzahl: 20

2.Vergleichen und erörtern Sie die weiter untenstehenden pädagogisch-didaktischen Grundsätze und die Erziehungs- und Bildungsziele von Maria Montessori mit den im Unterricht bearbeiteten Inhalten bezüglich der personzentrierten Theorie von Carl R. Rogers und der Themenzentrierten Interaktion von Ruth Cohn.
Gehen Sie dabei auf relevante Aspekte dieser Ansätze ein und berücksichtigen Sie u. a. ebenfalls folgende Fragen:
- Welche Aussagen von Montessori auf der einen Seite und welche Aussagen von Rogers und Cohn auf der anderen Seite sind identisch, artverwandt bzw. ergänzen sich?
- Welche Aussagen formuliert Montessori, die über Rogers und Cohns Ansätze hinausgehen?
- Gibt es Widersprüche zwischen Montessori und Rogers?
Wenn Sie sich auf den untenstehenden Text beziehen, so beachten Sie bitte die Zitierregeln und benennen Sie die jeweilige Zeilennummer! Erreichbare Punktzahl: 40


3. Lesen Sie intensiv Montessoris Ausführungen zur Freiarbeit.
Viele Schüler glauben, dass es kein richtiger Unterricht sei, wenn der Lehrer bzw. die Lehrerin keinen Frontalunterricht, sondern das selbstständige Erarbeiten von beispielsweise Referaten vorgibt!
3a. Kommentieren Sie diese Ansicht aus dem Blickwinkel von Maria Montessori und deren Ausführungen zur „Freiarbeit“; Erreichbare Punktzahl: 10
3b. Formulieren Sie wie Ihr EZW-Unterricht in der GOS O2 in den nächsten Wochen aussehen könnte, wenn die drei Elemente der Freiarbeit nach Montessori beachtet und verwirklicht würden;
Erreichbare Punktzahl: 20

3c. Schließen Sie Ihre Ausführungen mit der kurzen, aber begründeten Darstellung Ihrer eigenen Meinung zu der Frage: Freiarbeit oder lieber Frontalunterricht? Erreichbare Punktzahl: 10



127 [...] Pädagogisch-didaktische Grundsätze
Der wichtigste Grundsatz für Montessori lautet, dass die Erzieherin das Kind lieben soll. Und zwar nicht wie eine Mutter, sondern wie eine Lehrerin mit "disziplinierte(r) Liebe, die mit Verstand angewandt wird".
Die Erzieherin soll weiterhin:
1. ermutigend und motivierend sein, "wie eine Flamme, deren Wärme aktiviert, lebendig macht und einlädt" (beide Zitate: Das kreative Kind 1991, S.251). Sie soll die Kinder anregen, ihnen
aber nichts aufzwingen.
2. Hilfe zur Selbsthilfe geben ("Hilf mir, es selbst zu tun!"). Das bedeutet, dass sie ihre Hilfe nur soweit anbieten darf, wie das Kind sie wünscht.
Sie darf sich nicht aufdrängen oder dem Kind alles abnehmen.
3. Autorität sein in fachlicher und persönlicher Hinsicht.
4. Wissenschaftlich exakt beobachten. Dies ist deshalb notwendig, weil die Erzieherin genaue Kenntnisse über Entwicklungsstand, Persönlichkeit, soziales Verhalten usw. eines Kindes haben muss, um danach die vorbereitete Umgebung unds ihr erzieherisches Handeln zu gestalten.
5. Wissenschaftliche Erkenntnisse über das Kind sammeln und sich wissenschaftlich weiterbilden.
6. Zur ständigen Neugestaltung der vorbereiteten Umgebung, gemäß der sich verändernden Bedürfnisse der Kinder, bereit sein.
7. Ruhe und Ordnung sichern, die für die Ermöglichung der Polarisation der Aufmerksamkeit nötig sind. Besonders der Begriff der Ordnung spielt bei Montessori eine große Rolle - und damit ist nicht einfach die äußere Ordnung (etwa im Sinne von ordentlich) gemeint. Ordnung bezieht sich auf die Ordnung der Gedanken. Über die Erfahrung einer geordneten äußeren Welt soll die innere geistige Ordnung gefördert werden.
8. eine indirekte Erziehung verfolgen.
9. den Kindern immer die Möglichkeit der freien Wahl einräumen, denn nur in der Freiheit der Wahl können die Kinder zeigen, was sie gern tun, wo ihre Talente liegen oder welche Schwierigkeitsstufe ihnen selbst abgemessen erscheint.

Erziehungs- und Bildungsziele
Als zusammenfassendes Erziehungsziel geht es Montessori um die Freiheit des Menschen. Freiheit versteht sie im Sinne von Zurechtfinden in der Welt, im Kosmos. Durch Erziehung soll der Mensch lernen, sich selbst in den Gesamtzusammenhang des Lebens einzuordnen und so zu handeln, wie es seiner "Kosmischen Mission" entspricht. Das bedeutet frei sein. Um das leisten zu können, muss ein Mensch bestimmte Eigenschaften entwickelt haben.
Ein wichtiger Schwerpunkt im Rahmen der Entfaltung der Persönlichkeit ist die Erziehung zur Selbstständigkeit. Das Planen und durchführen eigener Ideen und Projekte, das selbstständige Denken und Handeln sind unverzichtbare Fähigkeiten, wenn es darum geht, seine eigene Aufgabe in der Welt zu erfüllen. Der Satz "Hilf mir, es selbst zu tun!" ist zu einem Leitsatz der Montessori-Pädagogik geworden.
Doch Selbstständigkeit allein reicht noch nicht aus. Der Mensch muss auch Verantwortung lernen. Er muss eventuelle Konsequenzen seines Handelns einschätzen lernen und für sie einstehen. Nur so kann es gelingen, dass der Kosmos bewahrt und die Schöpfung vollendet wird.
Verantwortliches Handeln ist außerdem eine wichtige Voraussetzung für ein Erziehungsziel, mit dem sich Montessori v.a. in ihren späten Jahren beschäftigt hat: der Erziehung zum Frieden.
Montessori skizziert eine Welt, in der alle Menschen in Frieden und Freiheit miteinander leben, in der die Ressourcen gleichmäßig verteilt sind und in der Gerechtigkeit herrscht. Dieses Ziel zu erreichen scheint ihr durch Erziehung tatsächlich möglich.
Doch nicht nur Erziehung allein, sondern auch ein bestimmter Bildungsstand ist nötig, um in Freiheit die "Kosmische Mission" erfüllen zu können. Der Mensch muss etwas wissen von der Welt, um sich selbst in ihre Zusammenhänge einordnen zu können. Er muss vom Wissen zum Gewissen kommen.
Dazu braucht man nicht eine Flut von Einzelkenntnissen, sondern den Überblick über die Zusammenhänge zwischen den Dingen. Wahre Bildung besteht also nicht darin, isolierte Kenntnisse nebeneinander stehen zu lassen, sondern, die Erfahrungen zu einer gegliederten Ganzheit zu verbinden.
Weil es vorrangig um das Begreifen von Zusammenhängen geht und nicht um den Erwerb einzelner Fakten, legt Montessori bei der inhaltlichen Auswahl ihres Materials mehr Wert auf exemplarisches Lernen und auf Kompetenzen.

2.4 Maria Montessori: Die pädagogische Bedeutung heute

2.4.1 Stichwort: Freiarbeit
Freiarbeit ist heute eine viel geforderte und häufig verbreitete Unterrichtsform. Doch diese Art zu arbeiten ist kein absolutes Novum, sondern ihre Ideen und methodischen Ansätze liegen in der Reformpädagogik, also geschichtlich weiter zurück als das ihr moderner Anstrich vermuten lässt. Geschichtliche Wurzeln der heutigen Formen "Freier Arbeit" sollen durch den reformpädagogischen Ansatz Maria Montessoris beleuchtet werden.
Wissenschaftsorientierung, "lehrersichere" Curricula, programmierter Unterricht", das war ein Stichwort der Schulpädagogik bzw. der Bildungsreformer der sechziger Jahre. Lehrerzentrierter Frontalunterricht war die favorisierte Lehrmethode. Das Kind als lernendes Subjekt stand im Hintergrund, der pädagogischen Vorbereitungen des Lehrers. An erster Stelle ging es um eine effektive Wissensvermittlung ohne Beachtung der Eigenaktivität und der individuellen Begabungen oder Vorlieben der Kinder.
In den späten siebziger und achtziger Jahren wurden Forderungen zur Ablösung dieser Unterrichtsform laut. Erstmalig wurde die Forderung nach ,Freier Arbeit" in der Grundschulkonferenz von 1970 laut.
Stunden für ,Freie Arbeit" sollten in den Stundenplan aufgenommen werden. Selbständiges Denken und Handeln sollte mehr im Mittelpunkt stehen. Kinder sollten Einsichten in Probleme und Sachverhalte, Kenntnisse, Wissen ihres Lebensumfeldes gewinnen. Umwelt nicht zu lehren, sondern sie ertasten, erfühlen und erspüren zu lassen, war angesagt.
Einige Bundesländer realisierten dies und machten diese Form des Unterrichts zum Gegenstand von Lehrerfortbildungen. Der Weg zur Ablösung des Frontalunterrichts als der einzigen Lehrmethode war geebnet. Diese Forderungen werden bis heute erhoben und setzen sich nach und nach durch.
Schon Montessori setzte zu ihrer Zeit gegenüber dem damaligen Verständnis von Lehre und Unterricht deutliche Akzente, und zwar mit Ideen für ein Erziehungs- und Unterrichtskonzept, die den oben genannten Forderungen sehr nahe kommen. Sie setzte auf handelnden Umgang statt auf verbale Belehrung, auf individuelles Arbeiten statt auf gelenktes gleichschrittiges Lernen, auf Eigentätigkeit statt auf vorgeschriebene Aktivitäten. Im Mittelpunkt der Montessori-Pädagogik steht das Kind, sein individuelles biologisches, psychologisches und seelisches Wachstum.
Lernen wird nicht als ein isolierter Prozess des Geistes verstanden, sondern als Lernen mit allen Sinnen - mit den Händen, den Augen und den Ohren. Dazu stehen Materialien bereit, die das ganze Kind ansprechen. Vor allem die Schulung der Hand war Montessori ein besonderes Anliegen. Die Kinder sollten vom Greifen zum Begreifen geführt werden.
Die Aktivität geht dabei jeweils vom Kind aus. Es selbst wählt aus einem bereitgestellten Materialangebot aus und arbeitet nach kurzer Anweisung durch den Pädagogen individuell und eigenständig mit den Materialien.
Durch das Prinzip der Selbsttätigkeit soll erreicht werden, dass das Kind eigenverantwortlich handelt und somit seine Persönlichkeit gestärkt wird. Die wichtigste Maxime Maria Montessoris lautet deshalb ,Hilf mir, es selbst zu tun".
Der neue Anspruch der Montessori-Pädagogik erforderte im Gegensatz zur Stoff- und Buchschule veränderte schulische und unterrichtsbezogene Rahmenbedingungen. Der wichtigste Punkt ist hier sicherlich die vorbereitete Umgebung. Ohne eine, liebevolle Atmosphäre" mit einem beratenden Lehrer und einer kindgemäßen Auswahl von Arbeitsmaterialien ist diese Form des Lernens nicht möglich.
Die hier kurz skizzierten drei Elemente der Freiarbeit, so wie Montessori sie sich vorstellte, sind in der Freiarbeit von heute wieder zu finden: ganzheitliches Arbeiten, das Prinzip der Selbsttätigkeit und die Gestaltung des Klassenraumes.
Obwohl es heute strittig ist, was unter den Schlagwörtern ,Freie Arbeit" oder ,Offener Unterricht" zu verstehen ist und es sicher eine Vielzahl verschiedener Organisationsformen für ein kindzentriertes Arbeiten gibt (z.B. Wochenplan, Projekt), kann man doch festhalten, dass die oben aufgeführten drei Elemente immer dazugehören, dass Freiarbeit nach Montessori eine Urform ist, die wiederentdeckt und aus der sich heute weitere Formen herausgebildet haben. [...]

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                                                          KLAUSUR
                                         ERZIEHUNGSWISSENSCHAFT
                                                           O-HEP


                                                     22. 10. 2000

1). Erklären Sie die kurz die folgenden Begriffe: Epilepsie, Autismus
1. b Wie würden Sie sich – als HeilerziehungspflegerIn- im Falle eines epileptischen Anfalls eines Heimbewohners verhalten?
1. c. Beschreiben Sie kurz den TEACCH- Ansatz. 30 Punkte

2). Erklären Sie kurz die folgenden Begriffe:
Reizgeneralisierung, Reizdiskrimination 10 Punkte

3) „Um Phobien im Keim zu ersticken, lautet die goldene Regel: Vermeiden Sie Flucht! Fördern Sie die Konfrontation mit der Angst. Nach einem plötzlichen Unfall vergeht oft eine gewisse Zeit, bevor eine Phobie entsteht. Wenn der Betreffende in diesem Zeitraum der ursprünglichen Situation noch einmal unmittelbar ausgesetzt wird, bewahrt ihn das davor, sich vor ihr zu fürchten. Es ist eine alte Erkenntnis, dass Menschen unmittelbar nach dem ursprünglichen Trauma die traumatische Situation noch einmal durchleben sollten. Piloten wird geraten, nach einem Flugunfall absichtlich sobald als möglich wieder zu fliegen, und Autofahrern wird empfohlen, sich nach einem Zusammenstoß sobald wie möglich wieder ans Steuer zu setzen. Wenn man von einem Pferd stürzt, ist es das Beste, gleich wieder aufzusteigen.“
Aufgabe: Erklären Sie anhand des Schemas der klassischen Konditionierung, warum Menschen unmittelbar nach dem ursprünglichen Trauma die traumatische Situation noch einmal durchleben sollten. 30 Punkte


4). Lesen Sie genau das folgende Fallbeispiel und bearbeiten Sie schriftlich die anschließenden Aufgaben:
Fallbeschreibung Maximilian:
Maximilian, 18 Jahre alt, wurde von der Polizei gefasst, als er zusammen mit anderen Jugendlichen einen Diskothekenbesucher ohne erkennbaren Grund brutal verprügelte. Ein Sozialpädagoge beschäftigte sich – im Auftrag des Gerichts – mit Maximilians Vergangenheit. Er stellt fest, dass Maximilian schon sehr früh mit Gewalt in Berührung kam. Sein Vater beherrschte die ganze Familie durch seine unkontrollierten Wutausbrüche. Häufig verprügelte er – besonders wenn er vorher Ärger auf der Arbeit oder getrunken hatte – Frau und Kinder, so dass die ganze Familie in ständiger Angst vor dem Vater lebte. Maximilian selbst berichtet, dass er als Kind völlig verschüchtert gewesen sei und sich nie getraut habe, sich gegen den Vater zur Wehr zu setzen. ... da dies den Vater noch mehr provoziert hätte. Auch sei er ein sehr schwächliches Kind gewesen, das in der Schule immer Außenseiter gewesen sei.
Von seinen Klassenkameraden sei er oft verprügelt worden. Bis zu seinem 16. Lebensjahr habe er nie einen richtigen Freund gehabt. Damals sei ein neuer Schüler in seine Klasse gekommen, mit dem er sich auf Anhieb gut verstanden habe. Dieser habe nach kürzester Zeit den Ruf eines brutalen Schlägers gehabt, der sich nichts gefallen lasse. Seit er (Maximilian) in dessen Schutz stehe, gelte er auch etwas in der Klasse. Sein neuer Klassenkamerad sei Mitglied einer radikalen Gruppe, die es sich zum Ziel gesetzt habe, gegen Ausländer und Homosexuelle vorzugehen.
Durch seinen Freund sei er ebenfalls in die Clique gekommen. Anfangs habe er vor den gewalttätigen Auseinandersetzungen Angst gehabt, er habe jedoch seinen Freund nicht enttäuschen wollen und deshalb mitgemacht. Mit der Zeit sei er sicherer geworden und könne jetzt das Gefühl der Macht und die Angst, die andere vor ihm hätten, richtig genießen. Auch seien diese Auseinandersetzungen nicht gefährlich, da immer auf eine zahlenmäßige Überlegenheit der Clique geachtet werde.
Aufgabe:
Versuchen Sie, das Verhalten von Maximilian aus der Sicht der Modell-Lerntheorie von Albert Bandura zu erklären:
a) Beschreiben Sie mit eigenen kurzen Worten das problematische Verhalten von Maximilian
b) Stellen Sie die Ursachen dar, die zu diesem Verhalten geführt haben könnten
c) Erklären Sie das Verhalten des Jungen mit Hilfe der Theorie von Albert Bandura. Stellen Sie dabei die relevanten Aussagen dieser Theorie zusammen.
d) Zeigen Sie auf der Grundlage dieser Theorie und eventuell anderer Ihnen bekannten Theorien ( wenn Sie wollen und können auch aus anderen Fächern) Möglichkeiten auf, um das problematische Verhalten von Maximilian ändern zu können.
100 Punkte


Wichtige Regeln für die Klausur:
a) Die Benutzung von Hilfsmiteln ist verboten.
b) Täuschungsversuche werden als ungenügende
Gesamtleistung gewertet.

- Versehen Sie die Blätter Ihrer Klausur mit Seitenzahlen.
- Bitte heften Sie zum Ende hin die Blätter Ihrer
Klausur einschließlich dieses Aufgabenblattes oben links mit einem Tacker zusammen.

Es liegt ein Ordner bereit in dem Sie bitte Ihre Klausur gelocht einheften.


Viel Erfolg !!!

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GOS-Unterstufe Erziehungswissenschaft
Arbeitsaufgabe B
März 2005
Namen der Gruppenmitglieder:________________________


Fallbeispiel zur Bearbeitung des Themas „Wahrnehmung und systematische Beobachtung“

Maximilian ist Schüler der HBF U und er macht sein Praktikum im Kindergarten „Villa Kunterbunt“ in Moers. Seine Praktikumsaufgabe ist es, unter anderem, eine systematische Beobachtung von einer pädagogisch relevanten Situation bzw. eines Kindes zu machen, für das es besonderen pädagogischen Handlungsbedarf gibt.
Die ersten zwei Wochen denkt er wenig an diese Praktikumsaufgabe. Zwischen durch erstellt er zwar auf einem Notizzettel eine Beobachtungfrage und einen vermeintlich dazugehörigen Beobachtungsbogen, doch dann vergisst er erst Mal die ganze Sache.

Maximilian ist ganz gefangen von den vielen interessanten Eindrücken; das Spielen mit den Kindern und der Umgang mit den Erzieherinnen machen ihm sehr viel Spaß. Zu Beginn der dritten Praktikumswoche steht der Besuch des ihn betreuenden Lehrers an. Während dieses Besuches wird Maximilian befragt, wie er mit der momentanen Situation, dem Umgang mit den Kindern und den Erzieherinnen klar kommt. Er ist sehr begeistert und erzählt freudestrahlend, dass ihm das alles hier viel mehr Spaß mache als die Schule. In der zweiten Hälfte des Gesprächs kommt der Lehrer auf die Praktikumsmappe- bzw. die Praktikumsaufgabe zu sprechen:
„Das Praktikum ist ja nun bald auch schon zu Ende, sicherlich haben Sie schon ihre systematische Beobachtung durchgeführt?“ Erschreckt reagiert Maximilian und spricht davon, dass das Beobachten gar nicht ginge, es wäre überhaupt nicht möglich, die Kinder wären zu unterschiedlich usw... Daraufhin fällt, die dabei sitzende Praxisanleiterin, also die Erzieherin, die die Ansprechpartner für Maximilian ist, ins Gespräch: „Welche Beobachtung? Davon weiß ich ja gar nichts, Maximilian?“
„Doch,“ so Maximilians Antwort, „ich hatte doch am Anfang davon kurz erzählt“. „Davon weiß ich aber nichts,“ erwidert die Praxisanleiterin.
Der Lehrer interveniert und sagt: „Maximilian, Sie können sich doch sicherlich an die Aufgabenstellung erinnern, wissen Sie was Sie tun sollen?
„Ja, ich soll mindestens dreimal für je eine halbe Stunde ein Kind beobachten, dann einen Beobachtungsgegenstand festlegen und entsprechende Beobachtungskriterien operationalisieren.“ Der Praxisanleiterin steht der Ärger über Maximilian ins Gesicht geschrieben.
Der Lehrer dem die Situation nun unangenehm ist, beschwichtigt und sagt: „Nun, Sie haben ja noch ein paar Tage Zeit, es ist sicherlich wichtig, dass Sie dann aber noch heute den Beobachtungsgegenstand und den Beobachtungsbogen erstellen. Das beste ist, Sie schicken mir den Beobachtungsbogen noch heute Abend per E-Mail zu.“ Der Praktikant akzeptiert diese Vorgabe mürrisch. „Ach, Moment mal“ triumphiert Maximilian „ hier habe ich einen Vorentwurf, den habe ich ganz vergessen“. Nervös kramt er einen zerknitterten Schmierzettel aus seiner Batzentasche heraus.
Darauf war zu lesen:
Beobachtung von Verhaltensauffälligkeiten im körperlichen Bereich von Leonie 4,5 Jahre

Beobachtungs-
zeitpunkt Nägel-
kauen Ein-
nässen Kontakt-aufnahme Zuckungen Stottern Kreativität
Montag,
28.02. 04 von 8.30 –9.00 h
Montag,
07. 03. 04 von 8.30 –9.00 h
Montag
14. 03. 04 von 8.30 –9.00 h


Nachdem der Lehrer den Zettel kurz musterte und sich darüber wunderte, dass diese Unterlage nicht in einem ordentlich Umschlag oder Folie aufbewahrt wurde, belehrte er Maximilian: „ Der Beobachtungsbogen, beinhaltet durchaus einige richtige Aspekte aber ausgehend von dem was Sie im Unterricht gelernt haben sind leider einige Fehler drin. Schauen Sie mal....“

Bald verabschiedete sich der Lehrer von Maximilian und der Erzieherin, die zwischendurch den Raum verlassen hatte.
Daraufhin sprach nun die Erzieherin Maximilian genau an: „Was sollst Du denn nun machen?“ „Ja, ich soll einfach ein Kind beobachten. Die von der Schule denken sich immer so einen theoretischen Mist aus. Macht der Kram überhaupt Sinn?“ , schimpfte Maximilian. „Ja klar, Du könntest doch in Deiner Gruppe Mareike beobachten und da einmal genau aufschreiben, wann und wie oft sie sich mit Marie streitet und wichtig wäre zu erkennen, wodurch dieser Streit entsteht.......“ antwortete die Erzieherin....
Aufgaben:
1. Beschreiben Sie kurz und prägnant, das problematische Verhalten von Maximilian. Benennen Sie die entsprechenden Zeilennummern. 10 Punkte
2. In Zeile 55 und 56 spricht der Lehrer von richtigen und falschen Aspekten in Maximilians Vorentwurf eines Beobachtungsbogens. Nennen Sie diese - richtigen und falschen Aspekte- und erklären Sie ausführlich! 20 Punkte
3. Erstellen Sie nun anstelle von Maximilian einen Beobachtungsbogen. Berücksichtigen Sie dabei die Vorschläge der Erzieherin (siehe Zeile 62 – 65). Achten Sie darauf, dass Sie den Beobachtungsgegenstand eindeutig formulieren und die dazugehörige entsprechende Operationalisierung sachlich richtig ist. 30 Punkte
4. Erörtern Sie ausführlich, welche wissenschaftlichen Bedingungen der Beobachtungsbogen erfüllen muss. Begründen Sie! 30 Punkte
5. Welche Beobachtungsform solle Ihrer Meinung nach Maximilian wählen? Begründen Sie kurz! 10 Punkte

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Fallbeispiel Oliver
(konstruiertes Fallbeispiel)


Oliver. 19 Jahre, hat das Fachabitur bestanden. Beide Elternteile erwarten nun, dass er mit einer Ausbildung beginnt um seine Zukunft - auch finanziell unabhängig- zu meistern.
Vor den Prüfungen hat er sich noch nicht beworben, weil er seine ganze Konzentration auf das Bestehen der Prüfung richten wollte. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse zeigt er aber weiterhin wenig Initiative. Einen Termin beim Arbeitsamt hat er versäumt. Er behauptet später ihn an einem falschen Tag notiert zu haben. Als der Vater ihm ein Gespräch bei einem Bekannten anbietet, der Personalchef in einer großen Firma ist, reagiert er gereizt und wirft seinem Vater vor, ihn für einen Versager zu halten.
Mit seinen Freunden meidet er das Thema Ausbildung, aber er engagiert sich sehr für die Planung der anstehenden Tour nach Spanien. Mit großem Elan vergleicht er Preise und lässt sich Infomaterial schicken. Als er jedoch erfährt, dass auch einige Mädchen mitfahren wollen, erklärt er, dass er die Fahrt zu teuer findet und sagt ab.
Obwohl er am Morgen ausschlafen kann, ist er oft unkonzentriert und unzufrieden, weil er schlecht schläft. Mit Schrecken bemerkt er, dass er wieder angefangen hat Nägel zu kauen.
Das ist ihm seit der Pubertät nicht mehr passiert!
Auch sein altes Problem, Herzrasen zu verspüren, wenn er in einem dunklen Raum ist, ist wieder größer geworden. Zuletzt musste er sogar das Kino verlassen, weil er es nicht aushalten konnte, als das Licht erlosch.
So bleibt er immer häufiger zu Hause und ist mal deprimiert, mal aggressiv, wenn seine Mutter das Gespräch mit ihm sucht…
Seine Eltern vereinbaren mit ihm einen Termin bei einer Sozialarbeiterin im Bekanntenkreis. Als aber der Termin ansteht, klagt Oliver über Magenprobleme. So gehen die besorgten Eltern alleine zum Gespräch. Sie berichten, dass Oliver – ein ersehntes Wunschkind - sich als Kleinkind sehr gut entwickelt habe. Besonders stolz berichtet die Mutter, dass er sehr früh durchgeschlafen habe, weil sie ihn immer zu ganz festen Zeiten gefüttert habe und dass er sogar schon mit 18 Monaten sauber war. Aber bereits im Kindergartenalter gab es die ersten Probleme: er wollte sein Spielzeug nicht teilen und musste wegen einer Sprachverzögerung zwei Jahre in logopädische Behandlung.
Sein Vater berichtet, dass er sich manchmal um den Jungen gesorgt habe, weil er immer wieder im Bett an den Genitalien gespielt habe. Das habe er durch deutliche Worte und angemessene Strafen unterbunden. Oliver musste dann ohne Abendessen ins Bett und vor allem ohne Licht einschlafen, was den ängstlichen Jungen dazu veranlasste, dies unangebrachte Verhalten zu unterlassen. Andererseits habe er sich immer mehr der Mutter zugewandt und sei Anforderungen ausgewichen. Sowohl im Fussballverein als auch beim Gitarrenunterricht habe er bei kleinen Misserfolgen sofort resigniert.
Auch dass er noch keine Freundin hat kritisiert sein Vater. Irgendetwas sei wohl mit dem Jungen nicht in Ordnung… Bei diesen Worten bricht die Mutter in Tränen aus.


AHR-Prüfung 2012 (D29/FOS13 sowie zweiter Nachschreibetermin D1–D28)
Teil III / Anlage 4.5, S. 2

Fach: Erziehungswissenschaften

Kurs: FOS-13



1. Arbeiten Sie die Auffälligkeiten in der Entwicklung und im gegenwärtigen Verhalten von Oliver präzise heraus. (19 Punkte)

2. Analysieren Sie die Verhaltensauffälligkeiten von Oliver unter Berücksichtung der psychosexuellen Entwicklung nach Freud und der psychosozialen Entwicklung nach Erikson. (35 Punkte)

3. Entwickeln Sie ein sozialpädagogisches Handlungskonzept, das Oliver unterstützen kann Verhaltensalternativen zu entwickeln. Integrieren Sie in dieses Konzept Aspekte der Konditionierungstheorien und Aspekte relevanter Persönlichkeitstheorien. (36 Punkte)

Die Darstellungsleistung (sprachliche Richtigkeit, Verwendung der Fachsprache und Strukturiertheit) werden in die Bewertung miteinbezogen. (10 Punkte)


Arbeitszeit: 180 Minuten

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Klassische und operante Konditionierung
Klausur HBF-O
Oktober 2008

1. Definieren Sie die folgenden Begriffe: „Gesetz der Kontiguität“, Verstärkung, Signallernen, Reizgeneralisierung, Gegenkonditionierung. Erreichbare Punktezahl: 25

2. „Um Phobien im Keim zu ersticken, lautet die goldene Regel: Vermeiden Sie Flucht! Fördern Sie die Konfrontation mit der Angst. Nach einem plötzlichen Unfall vergeht oft eine gewisse Zeit, bevor eine Phobie entsteht. Wenn der Betreffende in diesem Zeitraum der ursprünglichen Situation noch einmal unmittelbar ausgesetzt wird, bewahrt ihn das davor, sich vor ihr zu fürchten. Es ist eine alte Erkenntnis, dass Menschen unmittelbar nach dem ursprünglichen Trauma die traumatische Situation noch einmal durchleben sollten. Piloten wird geraten, nach einem Flugunfall absichtlich sobald als möglich wieder zu fliegen, und Autofahrern wird empfohlen, sich nach einem Zusammenstoß sobald wie möglich wieder ans Steuer zu setzen. Wenn man von einem Pferd stürzt, ist es das Beste, gleich wieder aufzusteigen.“
Erklären Sie anhand des Schemas der klassischen Konditionierung, warum Menschen unmittelbar nach dem ursprünglichen Trauma die traumatische Situation noch einmal durchleben sollten. Erreichbare Punktezahl: 25

Aufgabe 3: 

Fallbeispiel: Dennis Aggressivität
Dennis griff Personen an und zerstörte Möbel, wann immer er nur konnte, kaputt. In der Klinik konnte er nicht zu den anderen Kindern in den Tagesraum oder auf den Spielplatz gelassen werden. Er wurde deshalb von hilflosen "Betreuern" an eine Tür im Flur angebunden, wodurch er nur zufällig vorbeikommende Kinder angreifen und schlagen konnte. Verschiedene Beruhigungsmittel hatten keinen Einfluss auf sein schon seit langer Zeit bestehendes auffälliges Verhalten.
Daraufhin begann die Behandlung: Während einer 17tägigen Beobachtungszeit, in der auch die Medikamente abgesetzt wurden, konnte sich Dennis jeweils 30 Minuten lang im Tagesraum aufhalten. Für die anschließende Therapiephase, in der er ebenfalls täglich jeweils eine halbe Stunde mit den anderen Kindern zusammen sein konnte, wurde im Tagesraum ein oben offener Holzkasten aufgestellt. Mit dem Personal wurde vereinbart, dass Dennis jedes Mal, sobald er sich aggressiv verhält, sofort und ohne Kommentar in den Kasten gebracht wird, den er nach zwei Minuten wieder verlassen konnte. Andererseits erhielt er jedes Mal, wenn er außerhalb des Kastens zwei Minuten lang kein Kind geschlagen, gekratzt oder getreten hatte, einen Schluck Milch oder ein Plätzchen, beides Dinge, die er gern mochte.
Das Ergebnis spricht für sich: Während Dennis anfangs in der jeweils halbstündigen Beobachtungszeit durchschnittlich 45 aggressive Handlungen vollbrachte, war die Häufigkeit nach elf "Behandlungstagen" auf Null gesunken.

Erklären Sie  ausführlich mit möglichst vielen Fachbegriffen, die Sie im Unterricht gelernt haben, was in dem Fallbeispiel mit Dennis geschieht. Bleiben Sie dabei verständlich und definieren Sie die von Ihnen benutzten Fachbegriffe. Erreichbare Punktezahl: 35

4. Erörtern und erklären Sie die Bedeutung der klassischen und operanten Konditionierung für Ihr eigenes Leben. Erreichbare Punktezahl: 15